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Herzensprojekt

Aktualisiert: 10. Apr. 2023

Depressionen…eine Krankheit mit vielen Gesichtern




Heute schreibe ich über eine Herzenssache. Nicht nur weil mir diese Frau am Herzen liegt, sondern weil es auch einige andere nahe Menschen bei mir gibt, die diese Krankheit haben. Ich möchte hier weder irgendwelche Tipps oder Ratschläge geben, nur meine Gedanken und Gefühle dazu teilen.


Ich kenne Christiane schon seit ein paar Jahren und als sie mir von ihrer Krankheit erzählte, war ich im ersten Moment leicht geschockt. Ich denke, so ging es vielen, denen sie davon erzählte. Wirkte sie doch immer so stark und selbstbewusst. Eine Frau, die mitten im Leben steht und doch alles hat. Wie kann sie an Depressionen leiden? Oft eine falsche Einstellung zu diesem Thema. Bitte redet so NIE mit jemandem, der euch erzählt, dass er diese Krankheit hat. Denn 1. solltest du dankbar sein, dass er/sie Dir vertraut und Dir erzählt, dass er/sie krank ist und 2. es ist eine Krankheit, kein Gefühlszustand, der sich mal so leicht wieder ändern lässt. Im Gegenteil!


Ich selber habe auch oft graue Tage, oft hormonell bedingt und weil ich eben auch ein hochsensibler Mensch bin und ein Empath dazu. Das macht es in dieser Gesellschaft und in dieser Welt nicht so einfach. Manchmal fühlt es sich echt an wie „Leben am Limit“. Auch ich hatte schon Panikattacken, genauso wie Millionen von Menschen. Ich habe meine Wege für mich gefunden. Selbsttherapie sozusagen. Aber auch hier rede ich nur für mich. Denn es gibt Menschen, denen geht es weitaus schlechter, so dass sie sich in Therapie begeben müssen. Gerade weil diese Krankheit auch in der Familie ist, ist es ein so so wichtiges Thema für mich. Denn auch Angehörige von Erkrankten sollten sich mit dieser Krankheit beschäftigen und nicht einfach als gerade schlechte Gefühlslage abtun. Zurück zum Herzensprojekt.


Irgendwann in diesem Jahr habe ich Christiane von meiner Idee erzählt und wollte wissen, was sie darüber denkt. Sofort war sie dabei, weil sie auch der gleichen Meinung ist wie ich: Da ist noch jede Menge Aufklärungsbedarf in unserer Gesellschaft. Depressionen hat viele Gesichter. Wenn man an Depressionen erkrankt, heißt das nicht ausschließlich, dass man sich jeden Tag depressiv fühlt. Jedenfalls ist es bei ihr so. Und dies wollten wir gerne in Bildern festhalten. Die guten und die schlechten Momente.

Uns war klar, dass uns dieses Shooting triggern kann. Sie genauso wie mich auch.

Ich war etwas aufgeregt, da ich echt nicht wusste, was dieses bevorstehende Shooting mit uns beiden macht. Und ich habe ihr auch von Anfang gesagt: „Wenn Du an diesem Tag merkst, dass es Dir damit heute nicht gut geht, dann machen wir das Shooting nicht.“ Während des Fotografierens schaute ich immer wieder auf meine Kamera und sah jedesmal eine so schöne Frau. Ich sage ihr jedesmal, dass sie Ähnlichkeit mit Romy Schneider oder Yvonne Catterfeld (die beiden ähneln sich ja auch so dolle im Aussehen) hat und wie sehr ich ihre Sommersprossen mag. Ich sehe eine selbstbewusste, schöne und vor allem starke Frau. Und dann schaue ich genauer hin und sehe ihre Zerbrechlichkeit, ihre Sanftheit und immer noch ihre Schönheit. Ich bin so unfassbar dankbar für dieses Projekt und für unsere gemeinsame Zeit. Dass sie mir so sehr vertraut. Das sie sich hat fallen lassen. Dass wir Gänsehautmomente hatten, dass wir Tränen in den Augen hatten, aber auch gelacht haben. Für mich war es ein besonderes Projekt, weil wir frei waren. Sie in ihrem Kopf und ich in meinen.


 

Meine liebe, zu gerne denke ich an Deinen Tanz auf dem Asphalt, auf Dein Lachen, während Du die Arme in die Luft gestreckt hast. Es war so echt. Es war so pur. Ich wünsche Dir und auch mir, weniger dunklere Tage und wenn diese dann doch da sind, dass wir uns immer besinnen, dass die Sonne morgen wieder scheinen wird. Für Dich und auch für mich. Auch wenn wir uns gar nicht so oft sehen, sind wir bei unseren Treffen sofort wieder eins. Das fühlt sich gut an. Es ist nichts Oberflächliches. Es hat Tiefe. So wie wir sind. Du und auch ich. Danke für Dein Vertrauen. Danke für Dich!



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Liebe Anja,

Als du mir von deiner Idee einen Blog über Depressionen zu schreiben berichtest hast gab es für mich keine Überlegung. Natürlich machen wir dieses Projekt. Denn es ist ein so wichtiges Thema, was noch so viel Aufklärungsbedarf in unserer Gesellschaft hat.

Deshalb liegt mir dein Blog so sehr am Herzen.

Als ich die Diagnose Depression erhielt spürte ich schon lange, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. Da ist ein schwarzes großes Loch, was mich den ganzen Tag versucht zu verschlingen und ich versuche zu entkommen. Doch ich finde keine Kraft. Es sind innere Kämpfe, die aber niemand sieht.

Leider steigt die Zahl der Menschen, die jeden Tag mit sich selbst kämpfen.

Ich möchte euch Mut machen, dass ihr…


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